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Buh!
04.11.2019 16:46

Die Fufi hat ein neues Thema für unsere Fototouren gefunden. Lost Places! Klingt abenteuerlich, ist es auch. Für den Anfang waren wir heute bei einem alten Wasserwerk in der Nähe von Greding. Ein seltsam düsterer Ort!  Die Art, wie die Sonne sich davor drückt, das Haus in wärmendes Licht zu tauchen, ist schon etwas sehr seltsam. Das Tal, in dem sich das Wasserwerk befindet, ist ziemlich eng, die Hänge werfen lange Schatten. In den hohen, dunklen Bäumen rauscht der Wind und immer wieder treffen uns eisige Wassertropfen, obwohl es nicht regnet. Die Haustür ist von Spinnweben überzogen, hat aber ein modernes Schloss. Im Hof gibt es Reifenspuren, jedoch keine Menschenseele weit und breit. Spitz ragen die Giebel in den Himmel, an einem Erker steht ein kleines Fenster ein wenig offen. Man kann die Gardinen sehen, als ob noch jemand im Haus wohnen würde. Überall liegt unordentlich Zeug herum, das Grün wuchert ungebremst. Mir hat es da gefallen. Ja, wirklich. Ich hätte mich dumm und deppert schnüffeln können! Die Fufi wollte sich nicht zu lange dort aufhalten. Überbordende Phantasie hat sie gesagt. Ich hab ein bisschen in mich reingekichert deshalb, aber das ist mir daheim vergangen, als ich die Fotos gesehen habe. Auf manchen befinden sich in der rechten oberen Ecke mehrere Lichtpunkte, so, wie es aussieht, wenn die Fufi ins Gegenlicht fotografiert. Nur ... Gegenlicht war da nicht. Die Sonne befand sich genau auf der entgegen gesetzten Seite. Gespiegelt hat sich auch nichts, da waren nur Bäume! Auf einem Bild, dem vom Hof, befindet sich ein heller Fleck direkt vor der Haustür. Als käme gerade etwas heraus... was ihr davon haltet, liegt bei euch... Klar ist: immer, wenn ich künftig ein Halstuch mit entsprechenden Motiven trage, sind wir bei einem Ort, der aus der Zeit gefallen ist (oder etwas in der Art). Über die Halstücher könnte ich mich auch auslassen, in die habe ich mich gestern Hals über Kopf verliebt. Buchstäblich. Ich sammle die jetzt. 

Zum Kaisinger Tal muss ich noch was sagen. Es gibt dort sehr schöne Sinterterrassen, richtig große, mit viel Moos und glasklarem Wasser. Ein magischer, sehr romantischer Ort. Schilder weisen darauf hin, dass dies ein Naturschutzgebiet ist, dass Hunde an der Leine zu führen sind, die Wasseroberfläche nicht betreten werden darf (wer bitte, betritt - außer Jesus - eine Wasseroberfläche????) usw. usf. Doch man lässt die Terrassen verwahrlosen, hoch und üppig wächst das Gestrüpp. Auf der gegenüberliegenden Seite ist fast der gesamte Wald abgeholzt worden und um dorthin zu kommen, ist man mit schwerem Gerät kurzerhand durch das Bachbett gefahren. Zwar sind keine der Terrassen zerstört worden, doch förderlich ist sowas ganz sicher nicht. Man darf nun gern darüber nachdenken, was einem Naturdenkmal mehr Schaden zufügt: ein frei laufender Hund oder ein Harvester der durchs Bachbett pflügt. Sowas ärgert mich. Echt! 

There was blood on the floor
Sagenhaft!

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