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Gemäuer
07.09.2019 16:01

Nun ist es ja hinlänglich bekannt, dass ich eine gewisse Vorliebe für alte Gemäuer entwickelt habe. Irgendwas haben die an sich, das mich anzieht. Ich finds spannend, dort in den Ecken herum zu schnüffeln, alles mögliche zu riechen und sich auszumalen, was dieser oder jener Duft bedeuten könnte. Nun haben sie oberhalb von Weißenburg einen Turm hingebastelt, Bismarckturm nennen sie den. Fertig gestellt wurde dieses sonderbare Bauwerk 1911. Das ist wieder mal so ein Gemäuer, dem man unzählige Geschichten andichten könnte. Der Fufi kribbelts in den Fingern und mir in der Nase. Da war vielleicht eine Spur zu viel Staub. Hat beinahe den Geruch nach dem Fußschweiß der Studenten überdeckt, die seinerzeit den Turm da hingemauert haben. Wuchtig ist das Ding, richtig klobig. Innen führt eine Treppe nach oben, steil und eng. Von unten sieht die aus, wie das Gehäuse einer Schnecke. Von links drängt die dicke Mauer heran, vereinzelt von einem winzigen Fensterchen durchbrochen, durch das etwas Licht herein fällt. Das schafft schnell eine gewisse Beklemmung. Wir sind nicht ganz rauf. Die Fufi hat was von Gleitsichtbrille gemurmelt und ich fand, dass das Treppengeländer für mich entschieden zu hoch gesetzt war. Also sind wir wieder runter, haben nur unsere Phantasie raufgeschickt und den ganzen Turm mit Geistern und Gespenstern vollgestopft. Nur für den Fall, dass es da drin noch nicht spuken sollte! 

Wir waren am Bismarckturm bei Weißenburg. Leicht erreichbar vom Naturfreundehaus aus. Wir hatten das Auto bei Höttingen geparkt und sind das Stück hingelaufen. Oberhalb des Turms gibt es noch einen sehr schönen Hainbuchenwald. 

 

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