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Verlorene Seelen
07.12.2019 16:36

Ein merkwürdiges Gebäude ist es, dieses neugotische Mahnmal für die Gefallenen des ersten Weltkrieges. Mitten in den Wald hat man es reingepflanzt. Es sitzt da zwischen den Bäumen, grau inmitten grauer Baumleiber. Man sieht es erst, wenn man schon fast davor steht. Und dann spürt man es. Still, totenstill. Schwermütig. Verloren, absolut verloren. Fast vergessen. Die Toten eines Krieges. Vergessen. Mich hat das bewegt. Ich hatte zeitweise den Eindruck, dass sich die verlorenen Seelen dieses Platzes, nach jemandem sehnen, der sie bewacht ... deshalb war ich recht froh, als wir von da weg gekommen sind. Als Zerberus-Verschnitt eigne ich mich doch nun wirklich nicht! Wir haben später noch einen anderen Platz gefunden, der in seiner ganzen Art das völlige Gegenteil des Mahnmals war. Obwohl verlassen, war er doch voller Leben, aus jeder Ritze flüsterte Zukunft. Und den einzigen, für mich richtigen Stuhl haben sie auch hingestellt! 

Und dann haben wir noch jemanden gefunden, der - und seine Kollegen - die perfekte Ergänzung zu den Lost places ist! Lost souls haben wir die Herrschaften als Gruppe mal genannt. Es sind - Überraschung! - alte Bäume. Die haben wirklich was erlebt, sind zum Teil ein paar Hundert Jahre alt ... wenn die reden könnten, hat die Fufi gesagt! Völlig faszinierende Persönlichkeiten, die wir ab sofort in unsere Jagd mit aufnehmen. Nicht mehr nur verlassene Plätze, sondern nun auch alte (und viel zu oft auch vergessene) Bäume! Herrlich! Es hört nicht auf! 

 

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