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Wagenschreck
28.08.2019 16:56

Zwischen Ohlangen und Rabenreuth bei Thalmässing befindet sich im Wald der sogenannte Wagenschreck. Das ist ein vierhundert Meter langer Engpass, durch den die Bauern früher mit ihren Gespannen fuhren, um hinauf, auf die Hochfläche zu ihren Wiesen zu kommen. Die sachliche Erklärung für den Namen ist, dass es gefährlich war, das enge, holprige, steile Stück mit dem Fuhrwerk zu befahren. 

Wir waren heute da, die Fufi und ich. Wir wollten wissen, was da oben wirklich los ist. Aus geheimer Quelle wissen wir, dass dort Irrlichter herumgeistern. Ein kopfloser Reiter soll sich herumtreiben und irgendwo im Wald steht ein Blutbaum. Okay, den kopflosen Reiter wollten wir nicht unbedingt sehen und der Blutbaum ... naja. Wir haben erstmal nach den Irrlichtern geguckt. Mit meiner Supernase sollte es kein Problem sein, eins aufzuspüren. Und was soll ich euch sagen? Ich hab tatsächlich so ein Irrlicht gefunden! In einer finsteren Nische, an die kein Tageslicht kommt ... die Fufi hat es gerade noch fotografieren können, bevor es erlosch. Das hat uns schon beeindruckt! Der Wagenschreck ist was besonderes! Es herrscht eine eigentümliche Atmosphäre, das seltsame Licht, es raschelt im Laub oder Steine kollern auf den Weg herunter, obwohl niemand zu sehen ist, der sie losgetreten haben könnte. Auf manchen Steinen sind seltsame Ritzspuren zu erkennen - als habe etwas sehr Großes seine langen Krallen daran geschärft... es roch nach etwas, das ich nicht kenne. Dass es alt war, habe ich erschnuppern können. Sehr alt und sehr finster. Der Spur sind wir nicht gefolgt. Aber weils gar so schön war, sind wir auf dem Rückweg gleich nochmal durchgegangen, durch den Wagenschreck mit seinen Irrlichtern, kopflosen Reitern, krallenschärfenden Ungeheuern und kollernden Steinen. Wir sind halt absolut tough, wir zwei beide! 

Rabenreuth erreicht man über Laibstadt und Aberzhausen. Am Waldrand parken, die Wege sind markiert, der Wagenschreck angeschrieben. Von dort aus kann man den Laibstädter Geschichtsrundweg gehen oder weiter in Richtung Thalmässing nach Ohlangen mit der Keltenschanze. 

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